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Algen verhindern

Technik

Es gibt technische Hilfsmittel, die das Algenwachstum mindern oder verhindern können:

UVC – Klärer

Diese Geräte werden in den Filterkreislauf installiert und zerstören die Zellstruktur der Schwebealgen. Der UVC-Klärer kann aber keine Nährstoffe entfernen, so dass man sicher sein kann, dass die vernichteten Schwebealgen in neuem Gewand als Fadenalgen wieder auftauchen.

Eiweißabschäumer

Diese Geräte können Nährstoffe und Farbpartikel aus dem Teichwasser entfernen. Hier werden mit Hilfe von Luft und rieselndem Wasser Eiweißbestandteile in Schaum umgewandelt und ausgefiltert. Die Schaumbildung kann man sich vorstellen wie die Schaumkronen bei Wellen oder dem Schaum am Meeresufer. Bei den Geräten ist das Einstellen vom Luft / Wassergemisch Entscheidend für die Wirksamkeit.

Filterung

Insbesondere wenn Sie in Ihrem Teich Fische halten und diese regelmäßig füttern ist eine richtig dimensionierte Filteranlage wichtig. Hier ist nicht nur der Filter im richtigen Verhältnis zum Teichvolumen zu nutzen, sondern auch die Pumpe muss die entsprechende Leistung besitzen. Bei der Haltung von z.B. Kois ist die Leistung so zu wählen, dass das gesamte Teichwasser innerhalb von zwei bis drei Stunden durch den Filter gepumpt werden kann.

Teichsauger

Abgestorbene Pflanzenreste und Schlamm sollten Sie regelmäßig mit einem Teichsauger aus dem Teich entfernen. Damit entfernen Sie den Grundstoff für neues Algenwachstum.

Verhalten

Neben den technischen Hilfsmitteln gibt es ein paar Regeln, deren Einhaltung dazu beträgt ein Algenwachstum zu verhindern, bzw. zu minimieren.

Fütterung

Wenn Sie Fische in Ihrem Teich halten, füttern Sie nur soviel wie unbedingt nötig. Jedes Futter, dass nicht gefressen wird liefert Nährstoffe in den Teich. Selbst das gefressene Futter liefert verdaut immer noch eine Menge Nährstoffe auf die sich die Algen freuen.

Ruhe bewaren

Eine Algenblüte kommt und sie geht. Oft muss man nur ein paar Wochen abwarten bis sich das Gleichgewicht eingestellt hat. Greifen Sie nicht direkt zu chemischen Mitteln, sondern geben Sie der Natur die Chance das alleine zu regeln.

Licht und Schatten

Licht wird von den Algen zum Wachsen benötigt. Sorgen Sie also möglichst für viel Schatten für Ihren Teich. Je größer die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen, um so schneller bekommen Sie ein Algenproblem. Wenn Sie also einen Teich neu planen, machen Sie ihn lieber etwas tiefer.

Absterbende Pflanzen

Neben dem Futter sind Pflanzenreste eine weiterer großer Verursacher der Nährstoffe im Wasser. Entfernen Sie daher alle abgestorbenen Pflanzenreste und Blätter aus dem Teich.

Pflanzen ohne Erde in den Teich bringen

Erde, auch Teicherde, enthält Nährstoffe. Dies ist über Wasser auch sinnvoll. In einem Teich, insbesondere wenn er mit Fischen besetzt ist, gibt es ausreichend Nährstoffe. Bedenken sie, dass Teichpflanzen in direkter Nährstoff – Konkurrenz zu den Algen stehen. Wenn Sie Teichpflanzen ohne Erde einbringen, entnehmen sie die benötigten Nährstoffe direkt aus dem Wasser. Je mehr Wasserpflanzen im Teich sind desto weniger Algenprobleme werden entstehen.

Ursachen für Algenwachstum

Grundsätzliches

Fadenalgen und Schwebealgen treten in der Regel abwechselnd auf. Ist der Teich durch eine Algenblüte von Schwebealgen betroffen, fehlt den Fadenalgen das notwendige Licht um zu wachsen. Sind die Schwebealgen verschwunden, gibt es für die Fadenalgen die optimalen Bedingungen.  Solange genügend Nährstoffe im Wasser gelöst sind, haben Sie Algen. Bedenken Sie bei der Nutzung von Mitteln gegen Algen immer, dass Sie zwar kurzfristig die eine Algenart verdrängen können, letztendlich aber nur die Reduzierung der Nährstoffe im Wasser für eine dauerhafte Lösung des Problems hilfreich ist.

Nährstoffe

Ohne Nährstoffe keine Algen. Dieser einfache Satz ist in der Realität nicht umsetzbar. Nährstoffe gelangen über viele verschiedene Wege in den Teich:

  • Futter
  • Teicherde
  • Blätter
  • Staub
  • Regen
  • Tierausscheidungen (z.B. Fische, Vögel)
  • Wasser

In einem natürlichen Teich hält sich das Verhältnis zwischen den Organismen in der Regel in der Balance. Nimmt das Algenwachstum allerdings überhand kann der Teich „umkippen“ was durch einen moderigen Geruch begleitet wird. Dies entsteht durch den fehlenden Sauerstoff. Am Tag wird zwar durch die Algen Sauerstoff erzeugt, in der Nacht kehrt sich dieser Vorgang allerdings um. Sind dann zu viele Algen im Wasser wird der Sauerstoff entzogen, was zum Sterben der anderen Lebewesen (z.B. Fische) führen kann.

In einem künstlich angelegten Teich, der auch noch mit Fischen besetzt ist, kann es schnell zu einer Überdüngung kommen. daher ist es notwendig das Teichwasser zu filtern. Dies kann über eine natürliche Filterung (Wasserpflanzen) oder über einen entsprechende Filteranlage gewährleistet werden. In beiden Fällen ist die richtige Dimensionierung wichtig.

Licht

Algen brauchen Licht zum Wachsen. Daher ist ein Teich im Schatten weniger von Algen betroffen, als ein Teich der in der prallen Sonne steht. Planen Sie daher Ihren Teich immer im Halbschatten oder sorgen Sie durch entsprechende Sonnensegel für eine Beschattung.

Schwebealgen

Schwebealgen

Grundsätzlich kann man die vielen verschiedenen Algenarten in zwei Gruppen unterteilen. Die Schwebealgen und die Fadenalgen. Mehr zu den Fadenalgen lesen Sie hier.

Schwebealgen sind mikroskopisch klein und schwimmen frei im Wasser. Bei starker Vermehrung  kommt es dann zu einer deutlichen Grünfärbung des Teichwassers (grünes Wasser im Teich).
In diesem Fall spricht man auch von einer „Algenblüte“.  Diese tritt verstärkt im Frühling und Sommer auf, da die vermehrte Sonneneinstrahlung für ein erhöhtes Algenwachstum sorgt.  Die Vermehrung kann bei günstigen Bedingungen für die Algen so stark werden, dass nur noch eine Sichttiefe von wenigen Zentimetern möglich ist.

Was Sie speziell gegen Schwebealgen tun können lesen Sie in dem Betrag „Produkte zur Algenbekämpfung„.

Die möglichen Ursachen für die Entstehung und Vermehrung von  Algen behandeln wir in dem Beitrag „Ursachen für das Algenwachstum„.

 

Fadenalgen

Fadenalgen

Grundsätzlich kann man die vielen verschiedenen Algenarten in zwei Gruppen unterteilen. Die Schwebealgen und die Fadenalgen.  Mehr zu den Schwebealgen lesen Sie hier.

Fadenalgen und Schwebealgen treten in der Regel abwechselnd auf. Ist der Teich durch eine Algenblüte von Schwebealgen betroffen, fehlt den Fadenalgen das notwendige Licht um zu wachsen. Sind die Schwebealgen verschwunden, gibt es für die Fadenalgen die optimalen Bedingungen.

Anderes als Schwebealgen lassen sich die Fadenalgen mechanisch entfernen. Dies ist wesentlich wirkungsvoller als chemische Mittel. Diese zerstören zwar kurzfristig die Fadenalgen, die Ursache (Nährstoffe) werden aber nicht entfernt. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Algen wieder wachsen. Mit den Fadenalgen die Sie aus dem Teich herausnehmen, entnehmen Sie auch die darin enthaltenen Nährstoffe.

Was Sie speziell gegen Fadenalgen tun können lesen Sie in dem Betrag „Produkte zur Algenbekämpfung„.

Die möglichen Ursachen für die Entstehung und Vermehrung von  Algen behandeln wir in dem Beitrag „Ursachen für das Algenwachstum„.

Ein paar Worte zu Algen….

Makroalgen und Mikroalgen

Anhand ihrer Größe kann man Algen in zwei Gruppen einteilen. Als Mikroalgen werden mikroskopisch kleinen Arten zusammengefasst, zu ihnen gehören insbesondere einzellige Formen. Die Makroalgen (Großalgen) sind dagegen mit bloßem Auge erkennbar, ihre Länge reicht von wenigen Millimetern bis zu 60 Metern. Die meisten Großalgen leben im Meer (Seetang). Im Süßwasser zählen beispielsweise die Armleuchteralgen zu den Makroalgen.

 

Vorkommen und Lebensweise

Man findet Algen hauptsächlich in den lichtdurchdrungenen Schichten der Meere und in allen Lebensräumen des Süßwassers. Im Wasser frei schwebende Algen bilden das Phytoplankton, den photoautotrophen Teil des Planktons. Auch das Phytobenthos, die „Pflanzen“ der Gewässerböden, wird hauptsächlich durch Algen gebildet. Als Tange bezeichnet man große Makroalgen, die ausgedehnte Tangwälder in den Küstenbereichen der Meere bilden.

Ein kleinerer Teil der Algen hat sich durch Anpassung an (temporäre) Trockenheit auf Lebensräume außerhalb von Wasserkörpern spezialisiert. Luftalgen (Aerophyten) etwa wachsen auf exponierten Oberflächen wie Baumstämmen oder Felsen. Sie können diese oberflächlich bunt färben. Ein Beispiel ist die in Mitteleuropa häufige Gattung Trentepohlia. Bodenalgen (terrestrische Algen) leben auf oder in Böden. So ist etwa die Grünalge Fritschiella ein Vertreter des Edaphons. Schneealgen haben sich auf langsam abtauende Schneefelder in Gebirgen und Polarregionen spezialisiert und bilden dort im Sommer etwa das Phänomen des Blutschnees.

Die Mikroalgen des Meeres sind in ihrer ökosystemaren Gesamtheit mixotroph. Sie betreiben zwar Photosynthese, beziehen jedoch ein Viertel ihrer Biomasse aus dem Verzehr von Bakterioplankton.  Mixotrophie ist auch von vielen im Süßwasser vorkommenden, als Algen bezeichneten Protisten bekannt, etwa dem „Augentierchen“ Euglena.

Insbesondere einzellige Algen gehen auch Symbiosen ein, zum Beispiel als Zooxanthellen in manchen Meerestieren, die dadurch unabhängig von äußerer Nahrungszufuhr werden oder einfach Tarnung erhalten. Am intensivsten gediehen ist die Symbiose zwischen Algen und Pilzen in den Flechten. Diese stellen echte Doppelwesen dar, die sogar gemeinsame Vermehrungsorgane ausbilden.

Einige wenige einzellige Algen aus den Gattungen Prototheca und Helicosporidium können Infektionskrankheiten bei Säugetieren (inklusive Menschen) verursachen, siehe dazuProtothekose.

Morphologische Organisationsstufen

Eine Organisationsstufe umfasst Gruppen von Algen mit gemeinsamen morphologischen Merkmalen der Individuen (etwa die äußere Zellbeschaffenheit oder die Zellanordnung bei Mehrzellern betreffend), unabhängig von ihrer tatsächlichen Verwandtschaft. Die Organisationsstufen wurden in der klassischen Systematik der Algen zur künstlichen Unterteilung der verschiedenen Klassen in Ordnungen genutzt.

Man unterscheidet zwischen folgenden Stufen (Auswahl):

  • monadoide oder monadale Stufe: Algen, die hierzu gezählt werden, sind begeißelte Einzeller. Die monodale Stufe ist also denFlagellaten gleichzusetzen. Sie ist bei fast allen Gruppen der Algen vorhanden, sie fehlt nur bei den Rotalgen, Schmuckalgen und den Pennales (eine Teilgruppe der Kieselalgen).
  • rhizopodial oder amöboid: Es handelt sich um unbegeißelte, amöboide Einzeller, die keine Zellwand besitzen. Die Fortbewegung erfolgt kriechend durch Pseudopodien, also durch Ausstülpungen des Zellplasmas. Einige Gattungen der Goldalgen sind als Beispiel anzuführen.
  • monadoide, koloniebildende Stufe: Es handelt sich um begeißelte Einzeller, die in einer Gallerte zusammengehalten werden und eine Zellkolonie bilden. Es besteht bereits eine Tendenz zur Zelldifferenzierung. Während Gonium sacculiferum noch aus vier gleichen „Chlaymodmonas-ähnlichen“ Einzelzellen besteht, findet man bei Kolonien aus mehreren tausenden Zellen der Gattung Volvox bereits vegetative und Geschlechtszellen.
  • capsal (kapsal, tetrasporal oder palmelloid): Unbegeißelte Einzelzeller, die nach der Teilung von einer Gallerthülle zusammengehalten werden. Es entstehen Coenobien, Verbände aus eigenständigen Einzelzellen. Ein Beispiel istTetraspora.
  • kokkal (coccal): Unbewegliche Einzeller (ohne Geißeln), die eine verdickte Zellwand besitzen. Die Algen der GattungChlorococcum (Grünalgen) besitzen im vegetativen Zustand keine Geißeln, die Organisationsstufe ist kokkal. Nur bei der Vermehrung werden begeißelte Einzeller, die Zoosporen, gebildet. Fast alle Kieselalgen, bei denen die Zellwand aus Siliziumdioxid („Kieselsäure“) besteht, zählen zu dieser Organisationsstufe.
  • trichal: Algen dieser Stufe bilden mehrzellige, fadenförmige Vegetationskörper. Die einzelnen Zellen sind durch Zellwände voneinander getrennt. Die Zellfäden entstehen durch Zellteilungen in nur einer Ebene (also sozusagen eindimensional). Es können auch Verzweigungen gebildet werden. Die Schraubenalge sei als Beispiel genannt.
  • siphonal: Der Körper besteht aus einer einzigen, vielkernigen Zelle. Die Bildung erfolgt durch Kernteilungen in mehreren Raumebenen ohne Bildung von trennenden Zellmembranen und Zellwänden. Der Coenoblast kann einen mehrkernigen schlauch- oder blasenförmigen Thallus bilden. Ein Beispiel ist die Schirmalge. In der Systematik wurden Arten dieser Stufe teilweise als die Gruppe Siphonales zusammengefasst.
  • thallös: Es wird durch Zellteilungen in verschiedenen Raumrichtungen (dreidimensional) ein Thallus gebildet. Dieser kann scheinbar in Gewebe unterteilt sein. Der Thallus vieler Braunalgen ist in Rhizoid (analog zu den Wurzelgewebe), Cauloid(entspricht der Sprossachse) und Phylloid (blattähnlich) gegliedert. Thallöse Algen können große Vegetationskörper bilden. So hat der Riesentang eine Länge von bis zu 60 Meter.

Algen in den Weltmeeren

In den Weltmeeren bildet sich Phytoplankton sehr gehäuft in der Arktis und im Küstenbereich, sehr wenig Phytoplankton gibt es im subtropischen Bereich. Der Anteil an Plankton lässt sich durch Satellitenaufnahmen mit Spezialkameras aus dem Weltraum abschätzen. Es gibt etwa 10.000 verschiedene Algenarten, etwa 500 Arten sind besonders wichtig. Die Algen des Phytoplanktons sind zwischen einem tausendstel Millimeter und einem halben Millimeter groß. Winzige Planktontierchen (Zooplankton), fressen in den Weltmeeren die Algen. Ein großer Teil der Algen stirbt ab und sinkt auf den Meeresgrund.

Meeresalgen haben vermutlich einen sehr wichtigen Einfluss für die Bindung des Kohlendioxids aus der Atmosphäre.  Es wird geschätzt, dass jährlich 45 bis 50 Milliarden Tonnen Kohlenstoff des Kohlendioxids in Phytoplanktonbiomasse gebunden werden. Man nimmt an, dass nach dem Absterben dieses Phytoplankton in die Tiefe des Meeres sinkt und durch den mikrobiellen Abbau entstehendes Kohlendioxid gebunden bleibt. Etwa 15% oder 8 Milliarden Tonnen des im Phytoplankton assimilierten Kohlenstoffs sinkt in die Tiefe. Ohne das Phytoplankton der Meere läge die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre vermutlich statt bei 365 ppm bei 565 ppm. Das Phytoplankton wirkt also als Kohlenstoffpumpe, indem es Kohlendioxid aus der Luft und aus wässriger Lösung bindet und den Kohlenstoff in die Tiefsee verfrachtet.

Aus dem abgestorbenen Phytoplankton, das in die Tiefsee abgesunken ist und dort unter hohem Druck steht, entsteht nach vielen Jahrtausenden schließlich Erdöl und Erdgas.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Algenproduktion im Meerwasser durch Zugabe von Eisenionen erheblich zunimmt. Eine derartige Eisendüngung könnte zu einer verstärkten Einlagerung von Kohlenstoff aus atmosphärischem Kohlendioxid in den Meeresboden durch absinkende Algen führen.

Erzeugung und Nutzung von Algen

Algen und ihre Inhaltsstoffe können für vielfältige Zwecke verwendet werden. Teilweise erfolgt die Gewinnung direkt aus dem Meer. Die Kultivierung im Meer, in Aquakulturen oder in Photobioreaktoren gewinnt an Bedeutung.

Algen als Nahrungsmittel

  • Von den weltweit bekannten 80.000 (geschätzte 400.000) Algenarten werden nur ca. 160 industriell (unter anderem als Nahrungsmittel) genutzt.
  • Verschiedene große Algenarten (Makroalgen) werden roh als Salat oder gedünstet als Gemüse verzehrt. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt in Südostasien, wo jährlich ca. 9 Millionen Tonnen verzehrt werden.
  • Algen besitzen einen sehr hohen Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein hoher Anteil an Kohlenhydraten, ungesättigtenFettsäuren oder Beta-Carotinen sind Argumente für die Verwendung weiterer Algensorten als Nahrungsmittel.
  • In Ländern wie Japan ist der Anbau von Rotalgenarten (z. B. für Sushi) ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Energetische Nutzung

Herstellung von Biowasserstoff mittels Algen im Labormaßstab

Siehe auch: Algenkraftstoff

Verschiedene Möglichkeiten zur energetischen Nutzung von Algen, z. B. als Algenkraftstoff (Biokraftstoff), werden untersucht. Zum Teil wird dies mit umwelttechnischen Anwendungen verknüpft:

  • Hans Gaffron hat bereits 1939 ein Verfahren entwickelt, um mit Hilfe von Grünalgen der Gattung Chlamydomonas reinhardtii Wasserstoff(Biowasserstoff) zu produzieren. Dazu kann ein Algenreaktor oder Photobioreaktor verwendet werden.
  • Aus bestimmten Algen lässt sich Biodiesel herstellen. Die Algen-Biomasse könnte zu Biogas vergoren oder in geeigneten Anlagen thermisch genutzt werden. Das bei der Kultivierung der Algen notwendige CO2 kann beispielsweise mit den Abgasen von Kraftwerken bereitgestellt werden.

Weitere Anwendungen

Bei weiteren, teilweise sehr speziellen Anwendungen werden Produkte der Algen, ihre Inhaltsstoffe, ihre Abbaufähigkeiten oder ihre Abbauprodukte verwendet:

  • Kieselalgen sind beispielsweise reich an Kohlenhydraten, Fettsäuren, Steroiden und Vitaminen. Diese werden auf vielfältigste Weise, z. B. als Nahrungsergänzungen („Spiruletten“), Verdickungsmittel (Agar) in Kosmetikprodukten oder in der Industrie verwendet.
  • Die Pigmente in den Algen können künftig eine umweltfreundlichere Alternative für Tinte sein, da sie biologisch besser abbaubar sind.
  • Im Abwassersektor können Algen zum Binden von ausgeschwemmten Düngemitteln eingesetzt und selbst wieder als Algendünger verwendet werden. Wie durch andere Pflanzen auch, kann mit ihrer Hilfe Kohlenstoffdioxid (CO2) gebunden werden. Zudem werden Pathogene inkorporiert oder sie sterben in dem Milieu ab, das die Algen während ihres Wachstums produzieren, so dass es zur Trinkwasserdesinfektion im ländlichen Sektor geeignet ist.
  • Aktuell erforscht ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern der University of Bath, University of Bristol, Cardiff University und der University of Exeter das Potenzial von speziellen Algen, toxische Schwermetalle aus Abwasser, z. B. in Zusammenhang mit stillgelegten Gruben und Bergwerken, zu filtern. Diese wurden bei einem Forschungsprojekt im Kontext einer stillgelegten Zinn-Mine in Cornwall, Großbritannien auf dem dort wachsenden Schilfgras entdeckt, als die Pflanzen im Umfeld der stillgelegten Mine auf Folgen des toxischen Grubenabwassers untersucht wurden.
  • Zudem wurden aus Ablagerungen abgestorbener Algen weite Teile der heute verwendeten fossilen Rohstoffe (Erdöl, Erdgas) gebildet.
  • Aus Braunalgen lässt sich Alginsäure gewinnen, deren Salze (Alginate) als Verdickungs- und Geliermittel zum Einsatz kommen. Alginat wird auch in der Biomedizintechnik verwendet, zum Beispiel zur Wundabdeckung.
  • Auch lässt sich aus Algen eine hochkristalline Form der Cellulose gewinnen, die zum Beispiel bei der Herstellung von Tabletten eingesetzt werden kann oder als Verstärkungsmaterial für Naturfaserverbundwerkstoffe.

Die wichtigsten Gruppen der Algen

Nachdem die Algen keine natürliche Gruppe darstellen, erfolgt hier eine Aufstellung an Taxa, in denen Algen vorkommen (unvollständig):

  • Glaucophyta: einzellige Flagellaten mit Cyanellen, im Süßwasser (Glaucocystaceae)
  • Haptophyta: leben vor allem marin
  • Schlundgeißler (Cryptista): meist einzellig, Meer- und Süßwasserbewohner
  • Euglenozoa (Eugleonphyta): bekannt ist das „Augentierchen“ Euglena
  • Dinozoa (s. Dinoflagellaten), ca. 1100 Arten: Braune (das grüne Chlorophyll wird durch rote Fucoxanthine überdeckt), einzellige, begeißelte Zellen mit einer seitlichen und einer basalen (am hinteren Pol) Geißel. Sie besitzen innerhalb der Zellmembran einen festen Zellulosepanzer. Sie leben marin oder limnisch. Viele haben spezielle Schwebeeinrichtungen.
  • Raphidophyceae (Chloromonadophyceae): meist im Süßwasser vorkommend
  • Chlorarachniophyta: marin, es gibt 6 bekannte Gattungen
  • Gelbgrüne Algen (Xanthophyceae): leben nur im Süßwasser
  • Goldalgen (Chrysophyta): selten marin, meist im Süßwasser vorkommend mit einer oder zwei apikalen (= an der Spitze sitzenden) Geißeln. Viele von ihnen bilden Kolonien.
  • Kieselalgen (Bacillariophyta, auch Diatomeen genannt): vorwiegend im Meer lebend
  • Braunalgen (Phaeophyta), ca. 1500 Arten: fast ausschließlich marin, kleine, zart gebaute, fädige, bis sehr große, außerordentlich widerstandsfähige, derbe Organismen.
  • Rotalgen (Rhodophyta): vorwiegend in der Litoralzone des Meeres, auch in kalten sauberen Bächen
  • Grünalgen (Chlorophyta), ca. 7000 Arten: Meer (2/5 aller Arten), Süßwasser (3/5 aller Arten) und auch landlebende Vertreter

In der klassischen Einteilung der Algen werden die Chloromonadophyta, Gelbgrünen Algen, Goldalgen, Kieselalgen und die Braunalgen als Klassen zu der GruppeHeterokontophyta gestellt.

Taxa der phylogenetischen Systematik, in denen Algengruppen vorkommen:

  • Excavata: Zu ihnen werden die Euglenozoa gestellt.
  • Stramenopile (auch als Chromista bezeichnet): In dieser Gruppe werden die Haptophyta, Cryptophyta, Chlorarachniophyta und Heterokontophyta eingeordnet.
  • Alveolata: Zu den Alveolata werden die Dinoflagellata gestellt.
  • Biliphyta: Die Glaucophyta und die Rotalgen werden zu den Biliphyta zusammengefasst.